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Literatur-Rezensionen
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Nicola
Lepp / Martin Roth / Klaus Vogel (Hrsg.): Rezensiert fuer VL
Museen und H-Soz-u-Kult von |
Die Wende im November 1989 hat das Publikum darüber belehrt, wohin Utopien gehören: auf den Müllhaufen der Geschichte." (S. 23) Diese provokative Aussage der Marburger Literaturwissenschaftlerin Barbara Bauer gibt die diskussionswürdige Grundthese der vorliegenden Publikation wieder. Die Utopie des neuen Menschen" sei von der faustischen Selbsterlösung über pädagogische und (pseudo-)religiöse Konzepte, den Mythos der technischen und biologistischen Machbarkeit bis hin zur Obsoleterklärung des Denkens in so vielfältiger Weise mißbraucht worden, daß sie insgesamt als Irrweg und Obsession" angesehen werden könne. Dies wird von den fundierten und einen guten Überblick über die Wirkung anthropologischer Ansätze von der Aufklärung bis zum Ende des 20. Jahrhundert vermittelnden Beiträgen im ersten Teil der Publikation dargelegt. Bebildert werden diese Thesen im zweiten Teil, dem Katalog zu einer Ausstellung des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden. Dessen Hauptattraktion, der Gläserne Mensch" von 1930, war Anlaß der Ausstellung: Mit dem Gläsernen Menschen wird die Ikone des Neuen Menschen konstruiert, das Deutsche Hygiene-Museum wird dessen Tempel." (S. 6) Unter sechs Stichwörtern versuchte sich die Ausstellung dem Phänomen des Neuen Menschen anzunähern.
Nach der Lektüre des Buches bleibt ein beklemmender Eindruck zurück. Das apodiktische Urteil, Utopien gehörten auf den Müllhaufen der Geschichte, drängt sich auf. Vielleicht aber kann es ergänzt werden durch eine andere Utopie: dass die Menschheit imstande ist, aus der Geschichte zu lernen. |
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Dokument erstellt am 22.8.1999