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Uwe Christian Dech: Sehenlernen im Museum. Ein Konzept zur Wahrnehmung und Präsentation von Exponaten, Bielefeld: Transkript Verlag, 2003. Kt., 176 S., EUR 19,80. ISBN 3-89942-132-9 Rezensiert von Antje
Nagel M.A., Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Universitätskrankenhaus
Hamburg Eppendorf |
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Wie muss eine
kulturhistorische Ausstellung konzipiert sein, damit deren "Konsumenten"
dazu animiert werden genau "hinzuschauen" und nicht mehr
achtlos an den historischen Exponaten vorbeigehen, um dann aber mit
größter Aufmerksamkeit alle Ausstellungstexte zu lesen?
Oder sich intensivst mit den dargebotenen "Neuen Medien"
zu beschäftigen? Wie bringe ich jemanden dazu, seine alltäglichen
Gewohnheiten im Museum ein Stück weit abzulegen und erreiche,
dass er sich genüsslich auf die zu betrachtenden historischen
Gegenstände einlässt? Die Beantwortung dieser Frage - oder
zumindest eine Auseinandersetzung mit ihr - hatte die Rezensentin
erwartet. Eine Auseinandersetzung mit den theoretischen und praktischen
Ansätzen des Ausstellungswesens - vor allem mit denen von Gottfried
Korff - schwebte mir vor. Auf die Idee, dass es sich bei dem Buch
um ein rein pädagogisches Konzept handeln könnte, bin ich
als Nicht-Pädagogin nicht gekommen. Doch das Dech lässt die Art
und Weise, wie eine Ausstellung gemacht ist, ihre "Komposition",
vollständig außer acht. Das im Folgenden näher skizzierte Der zweite Teil des Buches besteht aus der Schilderung des praktischen Anwendungsversuches. Dech protokolliert die Ergebnisse seines Fragekatalogs, den er an fünf Probanden aus seinem Freundeskreis getestet hat. Diese haben gemeinsam mit ihm vor dem jeweiligen Exponat die Fragen beantwortet. Dabei kamen überraschend interessante Beobachtungen und Assoziationen heraus, deren Schilderungen im Rahmen der Rezension zu weit führen würden. Methodisch stellt sich jedoch die Frage, ob nicht die Ergebnisse des Experiments durch die gemeinsame Beantwortung der Fragen verfälscht wurden. Wie fühlt sich ein "normaler" Besucher, dem ein solcher Austausch bei der Beantwortung seiner Fragen fehlt? Gerade weil die Fragen des vom Autor erstellten Fragenkatalogs aus der - sagen wir es umgangssprachlich, "Psychoecke" kommen - weiß man durch eine derartige Verfälschung der Testsituation nicht, wie groß eventuelle Widerstände bei den Besuchern sein werden. Denn schon des Autors befragte Freunde reagierten bei einigen Fragen ein wenig ratlos und unwirsch. Insgesamt benötigt jedes Exponat eine Beschäftigungszeit von circa 15-20 Minuten. Bei 15 Objekten die sich der Besucher genauer ansehen soll, ergibt sich dadurch inklusive der Vor- und Nachinformation insgesamt ein knapp fünf Stunden umfassender Museumsbesuch. Aber stumpft nicht jeder ab, wenn man sich selbst 270 Fragen während eines Museumsbesuches beantworten soll? Macht das noch Spaß? Letztendlich steht es natürlich jedem frei, die Anzahl der Exponate zu begrenzen und sich nur mit dreien oder auch nur mit fünfen zu beschäftigen. Die hinter allem
stehende Frage nach der Besucherbefriedigung im Museum, das von Dech
entwickelte Konzept und die Fragen sind schlüssig und interessant.
Den daraus hervorgehenden Umsetzungsvorschlag halte ich jedoch für
praxisfern. Ich würde mir wünschen, dass einige der von
Dech entwickelten Fragen an die Exponate durch die Ausstellungen selbst
in den Besuchern hervorgerufen würden. Denn ich glaube nicht,
dass es keinerlei Bedeutung hat, wie eine Ausstellung konzipiert ist.
Komponierte Bilder, inhaltliche Verknüpfungen, Gestaltungsansätze
oder gar gestalterische "Mittel der Entschleunigung" wie
sie beispielsweise Peter Greenaway in der Groninger Anmerkung: [1] Hel en Hemmel. De Middeleeuwen in het Noorden (Hölle und Himmel. Das Mittelalter im Norden), Groninger Museum, 14. April - 2. September 2001 <http://www.groninger-museum.nl>. |
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Museen
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Dokument erstellt am 24.2.2004