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Die Bamberger Apokalypse Erhältlich im
Museumsladen des Deutschen Historischen Museums im Rezensiert von |
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Summary: Die "Bamberger Apokalypse" als virtuelles Faksimile Die "Bamberger
Apokalypse" (Staatsbibliothek Bamberg Ms. Bibl.140) entstand
um das Jahr 1000 im Skriptorium der Reichenau. Der originale Codex
enthält auf 106 Folioseiten in lateinischer Sprache die Offenbarung
des Johannes und ein Evangelistar, also eine Zusammenstellung von
Bibelpassagen zur Lesung an Festtagen. Die mit insgesamt 57 Miniaturen
reich ausgestattete Handschrift kam 1020 als Geschenk Kaiser Heinrichs
II. in den Besitz des Bamberger Stiftes St. Stephan. Seitdem war dieses
prächtige Werk nur zweimal in Gänze Das aufwändig gestaltete, gedruckte Faksimile wird sicherlich den Weg nur in finanzkräftige Bibliotheken oder die Bücherregale weniger Bibliophiler finden, deshalb ist es außerordentlich erfreulich, dass sowohl die Eigentümerin, die Staatsbibliothek Bamberg, als auch der beteiligte Verlag die zusätzliche Veröffentlichung als CD-ROM ermöglichten. Das digitale Faksimile präsentiert sich als virtuelles Buch, d.h. im fast auf Bildschirmgröße aufgeschlagenen Codex kann mit Hilfe einer Navigationsleiste geblättert werden. Die Bedienung erschließt sich rasch, ist aber auch unter dem Hilfebutton erläutert. Über die reine Reproduktion der Buchseiten hinaus bietet die CD nützliche Unterstützungsfunktionen, die vollständig auf Deutsch und Englisch zur Verfügung stehen: Neben einem knappen Einführungstext mit Informationen zu Entstehung und Aufbau der Handschrift enthält ein Pop-Up-Menü ein Register mit dem Verzeichnis aller Miniaturen und der Bibelstellen der Offenbarung, die von dort gezielt angesteuert werden können. Der Text der Offenbarung kann nicht nur im Original betrachtet, sondern auf Anklicken in einer "Balkenlupe" wahlweise mit der Transkription oder der modernen Einheitsübersetzung überblendet werden. Leider fehlt diese Funktion im Evangelistar, dessen Register ausgesprochen "stiefmütterlich" behandelt wurde. Erfreulich ist hingegen, dass für das detaillierte Studium aller Miniaturen jeweils begleitende Erläuterungen sowie Vergrößerungsmöglichkeiten aufrufbar sind. Die hohe Bildqualität und die leichte Handhabung machen das Blättern im virtuellen Codex für Laien und Fachleute zum Genuss. Gemessen daran mögen die Kritikpunkte kleinlich wirken: So ist die CD-ROM zwar bewusst als Faksimile und nicht als kritische Edition gestaltet, dennoch wäre sie durchaus der rechte Ort für eine ausführlichere Erläuterung zur Entstehung und kunsthistorischen Bedeutung der Handschrift gewesen - hier bleibt nur der Verweis auf den Aufsatz der CD-Mitautorin im Katalog der Bayerischen Landesausstellung.[1] Auch die Möglichkeiten des Mediums wurden nicht ganz ausgeschöpft: neben der konsequenten Ausdehnung aller textbasierten Funktionen auch auf das Evangelistar wäre eine Volltextsuche nicht nur für Mediävisten ein großer Gewinn. Wirklich bedauerlich ist die fehlende Option, Abbildungen oder Textpassagen in andere Programme zu exportieren. Dies wurde wohl aus Gründen des Urheberschutzes unterlassen - dennoch bleibt für erfahrene Windowsbenutzende der Weg über den Screenshot (Druck-Taste kopiert Bildschirm in Zwischenablage). Nur diese können übrigens parallel zur CD-ROM auch andere Programme starten: das Steuermodul unterdrückt das Desktop, hier hilft aber der Task-Manager weiter. Fazit: Die "Bamberger Apokalypse" ist eines der schönsten Bücher des Abendlandes, die vorliegende CD-ROM bietet ein im besten Wortsinne preiswertes und auch qualitativ ernstzunehmendes Faksimile, das in der CD-Box keines Bilderfreundes fehlen sollte. Anmerkung: |
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Dokument erstellt am 30.7.2002, überarbeitet am 16.10.2002