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Gutenberg
- aventur und kunst. Vom Geheimunternehmen zur ersten Medienrevolution Gutenbergmuseum, Liebfrauenplatz 5, Mainz 15. April 2000 - 03. Oktober 2000 Rezensiert von Weitere Museen, die sich im Jubiläumsjahr mit einer Ausstellung beteiligt haben:
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| Das Gutenbergmuseum
preist sich mit der Superlative "Weltmuseum der Druckkunst" an. Für über 16
Millionen DM um- und ausgebaut, sind die Erwartungen an das Museum und die Ausstellung
hochgesteckt. Und leider - sie können nicht gehalten werden! Dies fängt schon beim Eingang an: Der Haupteingang zur Ausstellung ist schlecht ausgeschildert. Wer sich nicht gut umschaut, wird im Gutenberg-Shop landen, der durch einen Gang mit dem Gutenberg-Museum verbunden ist. Weitere Mängel treten an der Kasse auf: Eine übersichtlich angebrachte Tafel mit Eintrittspreisen fehlt, es wird nicht darauf hingewiesen, dass es möglich ist eine Kombikarte zu erwerben, mit der der Besucher zur einem ermässigten Preis auch die anderen Mainzer Museen besuchen kann. Von einer Besucherführung und Museumsmarketing kann dabei nicht die Rede sein. Vielleicht wäre es zweckmässig gewesen, vorab ein eigenes Besucherführungskonzept zu entwerfen und umzusetzen. Im Museum wird kein Hinweis gegeben, wo sinnvollerweise ein Rundgang beginnen sollte. Daß es ein kleines "Kino" gibt, in dem eine Diashow über Gutenberg und sein Leben informiert, darauf findet sich kein Hinweis im Foyer. Die Entdeckung desselben ist nur dem Zufall zu verdanken. Ebenfalls findet sich kein Hinweis auf die anscheinden regelmässig stattfindende Vorführung an der historischen Druckerpresse im Untergeschoss. Die Exponate sind überwiegend nur in deutscher Sprache beschriftet. Angesichts der zahlreichen ausländischen Gäste in der "Gutenberg-Stadt" wäre zumindest eine alternative Beschriftung in englischer Sprache sinnvoll gewesen. Auf die parallel laufende Ausstellung des Stadtarchives, die sich ebenfalls im Gutenbergmuseum befindet, ist keine Information angebracht. Der vom Stadtarchiv erarbeitete Stadtplan von 1450 nach dem Mainzer Häuserbuch, wird zwar auf einem bereitgestellten Computer der Öffentlichkeit verfügbar gemacht. Aber leider scheint das dort anwesende Personal nicht willens oder in der Lage den Besuchern die Bedienungsanleitung näher zu bringen. Der von den Ausstellungsmachern gewünschte Einsatz multimedialer Hilfsmittel bleibt so im Ansatz stecken. Auch das sollte nicht die Regel in Museen sein, die auf moderne Vermittlungstechnik setzen. Gerade das Aufsichts- und Kassenpersonal hat ja den ersten und unmittelbaren Kontakt zum Publikum. Eine sorgfältige Schulung nicht nur im Umgang mit der Museumstechnik, sondern auch im Verhalten gegenüber den Besuchern sollte in einem Museum eigentlich Voraussetzung sein. In Hinblick auf das angestrebte Image und Renommee der Veranstaltungen und des Museums in Mainz, ist dieses Manko schon bemerkenswert.
Leider kommen im Gutenberg-Museum keine Neuen Medien zum Einsatz, was betrüblich ist. Gerade hier hätten die Ausstellungsmacher einige wichtige und beziehungsreihe Installationen und besucherfreundliche Features einbauen können. Die Inszenierung der historischen Dokumente ist zudem wenig abwechslungsreich, so daß sich beim interessierten Laien nach der Besichtigung einer gewissen Anzahl von Vitrinen mit "Flachware" durchaus Langeweile einstellen kann. Auch das sollte nicht sein, wenn man den hohen öffentlichen Anspruch der Ausstellung berücksichtigt. Für den Experten ist die Ausstellung in jedem Fall lohnenswert. Trotzdem ist es schade, dass die Ausstellungsmacher bei der Ausstellungsbesucher den interessierten Nichtexperten offenbar aus den Augen verloren haben. Internetpräsenz
Ausstellungskatalog Der Ausstellungskatalog beinhaltet, neben der ausführlichen Dokumentation der Ausstellung, Aufsätze zu verschiedenen Themenstellungen, wie z.B. zur Mainzer Geschichte im 15. Jahrhundert, Lese- und Schreibkultur, Grabdenkmäler oder Architektur der Stadt Mainz im 15. Jahrhundert, um nur einige wenige zu nennen. Ein Stadtplan von Mainz zur Zeit Gutenbergs sowie eine Bibliographie runden das opulente Werk ab. Vieles was der Ausstellungsbesucher an Erklärungen vermißt, wird er hier in kompakter Form wiederfinden. Wer sich über die Ausstellung hinaus noch Klarheit verschaffen möchte, der wird nicht umhin kommen, sich diesen Katalog anzuschaffen. |
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Dokument erstellt am 9.7.2000